Montag, 14. Mai 2007
Einrichten
Digitalkameras brauchen keine Gifte, zerstören kaum die Umwelt, machen billige Bilder und haben Artefakte dort, wo Filmkameras Körnung haben. Im Vergleich ist mir Körnung immer noch lieber als ein Artefakt. Aber sie haben auch ihr Gutes: Man kann sie hervorragend benutzen, um die Funktion einer Filmkamera zu überprüfen. Stimmt der Entfernungsmesser, stimmt die Ausrichtung des Objektivs, stimmt die Blende und die Verschlusszeit - das alles, diese an sich nicht tragischen Macken, lässt sich mit einer identisch ein- und aufgestellten Digicam prima überprüfen.



Und was tun, wenn der Verschluss bei 1/25 doch hängt, wenn das Bild im Sucher 20 Zentimeter auf der rechten Seite anzeigt, die im Bild dann nicht mehr zu finden sind? Dergleichen ist bei allen alten Kameras möglich, aber auch bei Digicams, die ein paar Wochen auf dem Buckel haben. Ich schreibe dann einen Zettel, auf dem die Macken notiert sind, und richte dann die Kamera entsprechend ein. Grössere Blende bei zu langen Verschlusszeiten, Sucherausrichtung, oder einfach einen grösseren Bildausschnitt wählen und einen Schritt zurück gehen.

Aber ich will nichts verschreien, bislang lief die Kiev hervorragend. Sattes Klacken, sauberer Selbstauslöser, robuste Mechanik. Das heisst noch nichts, aber es ist ein guter Anfang.

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Sonntag, 13. Mai 2007
Kiev Update
Die "neue" Kiev ist auch schon 26 Jahre alt. Und offensichtlich nicht allzu gut gepflegt worden. Ausserdem dürfte sie lange nicht benutzt worden sein. An einer Stelle am Auslöser sind zwei kleine Nuten verkratzt, was zudem auf eine Reparatur hindeutet. Das Aufziehen des Lamellenverschlusses ist eine echte Qual, so hart geht das.

Dafür ist das Objektiv klar, die Blende läuft sehr leicht und der Messsucher funktioniert butterweich. Und auch andere Funktionen gehen nach ein paar hundert leer "geschossenen" Bildern wieder erheblich leichter. Probleme bereiteten lediglich die längeren Belichtungszeiten. Hier konnte es passieren, dass sich der Vorhang nicht mehr senken wollte. Ein Hauch Öl in die Schienen hat das Problem jetzt gelöst.

Nun ist der Film geladen - was bei der Kiev dank abnehmbarer Rückwand einfachst zu bewerkstelligen ist, im Gegensatz zu Zorki und FED. Heute wird sie ausprobiert. Und wenn sie was taugt, nehme ich sie mit nach Italien. Schliesslich hat sie ein paar Vorteile: Einen Selbstauslösern etwa, ein Objektiv, das sofort einsatzbereit ist, etwas mehr Brennweite hat und lichtstärker ist als die versenkbaren Objektive der FEDs und Zorkis, einen kombinierten Sucher mit Entfernungsmesser und, sehr wichtig, ein kleines Gewinde für handelsübliche Stative.

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Mittwoch, 9. Mai 2007
Kleine Qualitätsprobleme
Aus dem vorderen Chassis der neuen Kiev hat sich heute links unten das kleine Schräubchen verabschiedet. Einfach so. Das silberne Metallteil sitzt zwar weiterhin fest, aber High End ist etwas anderes. Allgemein heisst es, dass die neueren Kievs zwar weniger abgenutzt sind, aber dafür die Qualität nachgelassen hat.

Übrigens heisst das nicht, dass der Kapitalismus besser wäre. Auf dem Weg ist auch noch eine Zorki 2C. Und seit einer Woche ist UPS unfähig, sie anzuliefern. Dem Absender wurde gesagt, es gäbe mich unter meiner Adresse nicht. Und der Lieferschein landete dann bei einem anderen Bewohner des Hauses. Mein Name steht aber fett am Briefkasten und an der Klingel, und ich war daheim. Unfassbar.

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Dienstag, 8. Mai 2007
Pommersfelden 4
Hier mal ein Bild aus etwas mehr als einem Meter, vielleicht 1,5 Meter Abstand. Es ist der Fuss und das Medusenhaupt der Figur ganz rechts auf diesem Bild. Allerdings etwas früher im Sonnenlicht aufgenommen.



Fed 1 No. 414615, Lucky 100, Blende 8, Verschlusszeit 1/100.

Die Verteilung von Hell und Dunkel ist hier ziemlich gut gelungen, wobei ich mir im lichteren Teil ein wenig mehr Abstufungen gewünscht hätte. Diesmal ist die Körnung ziemlich gering - mittlere Blende und relativ kurze Belichtungszeit, wegen der Tiefenschärfe, die das Bild braucht. Der Entfernungsmesser wurde nicht auf das Gesicht, sondern etwas dahinter scharf gestellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, es ist über das ganze Objekt hinweg scharf.

Insgesamt wirkt das Bild eher "modern", also nicht wie ein Photoi, das schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Die Details kommen im Internet nicht so gut rüber, wie auf dem Original. gerade bei den feinen Riefen im Stein erkennt man, wie gut die Abbildungsqualität ist.

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Montag, 7. Mai 2007
Die Kiev ist da
Nach dem urlaub war da ein Paket auf dem Tisch, und tatsächlich: Es war die für 24 Euro bein Ebay ersteigerte Kiev 4M. Die letzte Version der russischen Kopie der deutschen Contax, in meinem Fall Baujahr 1981, gemäss der Seriennummer 8123486. Nur noch 4 Jahre sollte sie gebaut werden, dann war es auch in der UdSSR vorbei mit der berühmten Contax.



Gebaut wurden die Kievs von 1947 an, auf deutschen Maschinen von Zeiss unter deutscher Anleitung. Im Laufe der Jahre wurde das Original immer weiter modernisiert, was der Optik nicht immer gut getan hat: Der schwarze Blendenring müsste nicht sein, und statt eines grossen Metalldrehrades zum Zurückspulen gibt es ein kleines Plastikhebelchen. Aber ich wollte dezidiert ein spätes Modell, das möglichst wenig Macken hat und nicht abgenutzt ist. Und tatsächloch ist diese Kiev 4M so gut wie neu. Vermutlich hat man sie bald nach dem Fall des eisernen Vorhangs aufgegeben, und so kommt sie jetzt auf mich. Sogar die Abdeckkappe für den Blitzanschluss ist noch vorhanden.

Natürlich ist die Contax weniger elegant, weniger vintage und dafür weitaus grösser und schwerer als die Leica-nachbauten von Zorki und FED. Und wegen der Nähe von Einstellrad für das Pbjektiv und Fenster für die Entfernungsmesser ist das Handling eher schlecht. Aber wer weiss, demnächst wird sie mal ausproniert.

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